{"id":190,"date":"2014-02-09T11:03:51","date_gmt":"2014-02-09T11:03:51","guid":{"rendered":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/?p=190"},"modified":"2014-02-09T11:03:51","modified_gmt":"2014-02-09T11:03:51","slug":"quo-vadis-bilk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/?p=190","title":{"rendered":"Quo Vadis Bilk?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-189\" src=\"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/4ab4b6df96c060fa741e97b50eafb07c.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/4ab4b6df96c060fa741e97b50eafb07c.jpg 450w, https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/4ab4b6df96c060fa741e97b50eafb07c-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/p>\n<div><span class=\"text\"><span class=\"text\">Geht man durch Bilk, fallen zur Zeit viele Ladenlokale auf, die leer stehen.<\/span><\/span><br \/>\n<!--more--><br \/>\n<span class=\"text\"><br \/> Schlecker hat auf der Bilker Allee und Lorettostra\u00dfe die L\u00e4den ger\u00e4umt. Der Seifenladen auf der Lo ist nicht mehr da, geht man von der Bilker Kirche Richtung Arcaden, sieht man das ehemalige Gesch\u00e4ft von Optik M\u00fcller und das Ladenlokal Ecke Bilker Allee zur Friedenstra\u00dfe. Ebenfalls leer. <br \/> Die Friedrichstra\u00dfe l\u00e4dt im Moment auch nicht gro\u00df zum verweilen ein. Also viel Freiraum in unserem Viertel. Wir w\u00fcnschen uns hier Leben und viele neue Eindr\u00fccke, die hoffentlich nicht all zu lange auf sich warten lassen.<\/span><\/div>\n<div><span class=\"text\"><br \/> Bilk.&nbsp; Ein Stadtteil im Wandel. W\u00e4hrend einige noch gar nicht realisieren und wahrnehmen was hier passiert, sind andere schon l\u00e4ngst am planen, rechnen und spekulieren. hie\u00df es vor noch nicht allzu langer Zeit. Gemeint waren damit die gewachsenen Strukturen, viele Familien die \u00fcber Generationen hinweg hier ihre Heimat fanden. Folge: man kennt sich, tauscht sich aus, steht und arbeitet zusammen, auch in Richtung einer funktionierenden Gemeinschaft des Stadtteils.auch die gesellschaftliche Entwicklung tr\u00e4gt dazu bei.<\/span><\/div>\n<div><span class=\"text\"><br \/> Nicht wenige unserer j\u00fcngeren Menschen sind nach dem Motto \u201eMeinen Kindern soll es mal besser gehen\u201c mit einer geringen Anforderung an Regeln und Grenzen gro\u00df geworden und agieren heute nach dem Motto: \u201emeinen Dreck macht die Stadt weg, daf\u00fcr bezahl ich Steuern!\u201c <br \/>W\u00e4hrend sich engagierte B\u00fcrger f\u00fcr die Versch\u00f6nerung des Bezirks einsetzen, Gesch\u00e4fte und Bezirksverwaltung Blumenk\u00fcbel zur Versch\u00f6nerung finanzieren, hinterlassen Andere des Abends auf dem Weg ins angesagte Hafenviertel eine Spur der Verw\u00fcstung. <\/span><\/div>\n<div><span class=\"text\"><br \/> Das was Lehrer, Ausbilder, Unternehmer seit Jahren bem\u00e4ngeln, zeigt sich auch hier: ein gro\u00dfer Teil dieser Generation ist im Wohlstand gro\u00df geworden, viele haben alles bekommen und erreicht ohne daf\u00fcr angemessene Leistungen erbracht haben zu m\u00fcssen. Dementsprechend sind heute die Anspr\u00fcche und Forderungen. Verw\u00f6hnt!<br \/> Die fr\u00fcher als \u201eweltbestes Eishockeypublikum\u201c gelobten DEG Fans waren fair und das \u201eHeja Heja\u201c aus 10.000 Kehlen fand auch \u2013 oder sogar gerade &#8211; bei einem&nbsp; R\u00fcckstand der D\u00fcsseldorfer Kufenflitzer statt. Heute erleben wir nach 5 Minuten Spielzeit gellende Pfiffe der Fans beim zweiten Fehlpass. Siege sind gefragt, daf\u00fcr hat man schlie\u00dflich bezahlt und das damit das Recht zu fordern\u2026 <\/span><\/div>\n<div><span class=\"text\"><br \/>Genauso sieht es in Gemeinschaften, Initiativen und Vereinen aus. Das Verhalten passiv zu konsumieren, einzufordern und meckern wenn etwas nicht den eigenen Vorstellungen entspricht&nbsp; f\u00fchrt dazu das immer weniger Menschen bereit sind, sich irgendwo einzubringen und Pflichten oder Posten zu \u00fcbernehmen. Egal welche Gruppe oder welcher Verein, dieses Ph\u00e4nomen verzeichnen Alle und sind in ihren T\u00e4tigkeiten&nbsp; inzwischen sogar bereits eingeschr\u00e4nkt.<br \/> Selbst vor zweckm\u00e4\u00dfigen Gemeinschaften macht diese Entwicklung nicht Halt. Sa\u00dfen vor einem Jahr noch die drei Bilker Werbegemeinschaften an einem Tisch so br\u00f6ckeln derzeit die Mitglieder heraus.<\/span><\/div>\n<div><span class=\"text\"><br \/> Viele Attraktionen, die ein Stadtviertel interessant und lebendig halten, stehen auf der Kippe. Den Veranstaltern fehlt es durch immer weniger Mitglieder(Beitr\u00e4ge) an Geld und Personal, zus\u00e4tzliche Auflagen der Beh\u00f6rden nach der Duisburger Loveparade kommen erschwerend hinzu. Radrennen, Feste von B\u00fcrgerinitiativen oder Werbegemeinschaften, Fu\u00dfballturniere oder Brauchtumsveranstaltungen sind an der Grenze der Finanzier- und Belastbarkeit angekommen, stehen zus\u00e4tzlich im Schatten von Mammutsevents. <br \/> Das Motto \u201eImmer gr\u00f6\u00dfer, immer h\u00f6her, schneller, immer mehr bietet scheinbar mehr Anreiz, als Spa\u00df und Freude an einem \u2013 wenn auch kleinerem)&nbsp; Miteinander.<\/span><\/div>\n<div><span class=\"text\"><br \/> Immer mehr, immer besser, die Anspr\u00fcche sind hoch und wachsen weiter. Deutlich mehr Freizeit (im Vergleich zu der 48 Stundenwoche der vorherigen Generation) kostet auch mehr Geld. Freizeit wird genutzt und das hat seinen Preis, der Einzelne gef\u00fchlt weniger Geld. <br \/> Die \u201eGeiz ist geil\u201c Mentalit\u00e4t versprach Abhilfe und die Zahl der Discountm\u00e4rkte wuchs rasant. Im selben Tempo wie diese entstanden, verschwanden Metzger, B\u00e4cker, Gem\u00fcseh\u00e4ndler und Handwerker. <\/span><\/div>\n<div><span class=\"text\"><br \/> Verbraucher sparten beim Einkauf, die Gemeinschaft verlor! Wurden bisher Vereine und Stadtteilaktivit\u00e4ten durch Kaufleute und Handwerker gesponsert, so haben Discountm\u00e4rkte daran keinerlei Interesse. Es z\u00e4hlt einzig der Umsatz, willkommen ist das Geld \u2013 nicht unbedingt der Mensch, auch wenn mittlerweile in einigen M\u00e4rkten wenigstens die Menschen freundlich gegr\u00fc\u00dft werden. <\/span><\/div>\n<div><span class=\"text\"><br \/> Discount ist ein anderes Gesch\u00e4ftskonzept. Niedrigere Verkaufspreise werden durch hohe Umschlagszahlen aber auch Einsparungen erreicht. Discounter sind k\u00fchle Rechner die um zehntel Cent beim eigenen Einkauf feilschen, wie Produkte zum geforderten Einkaufspreis produziert werden ist dabei zweitrangig. Bedenklich wird es wenn auf Grund des Preises an Service, Qualit\u00e4t oder den Mitarbeitern gespart wird. Gefl\u00fcgel mit Antibiotika, Klebefleisch, BSE, Gammelfleisch, Analogk\u00e4se haben hier ihren Ursprung.&nbsp; <\/span><\/div>\n<div><span class=\"text\"><br \/> Niedrige Preise bedeuten fast immer auch niedrige L\u00f6hne f\u00fcr Mitarbeiter. Erst vor wenigen Monaten stand eine gro\u00dfe (auch in den D\u00fcsseldorfer Arkaden ans\u00e4ssige) Friseurkette vor Gericht, Vorwurf der Anklage: Lohndumping in 825 F\u00e4llen! So werden Niedrigpreise gemacht und Verbraucher f\u00fchlen sich gl\u00fccklich. \u201eWarum soll ich den Unternehmer reich machen?\u201c fragt sich heute so mancher. Fakt ist: Einzelunternehmen haben es inzwischen schwer zu \u00fcberleben. Discounter haben in der Summe die h\u00f6heren Gewinne, nicht die Chefs die mit ihrem Gesch\u00e4ft den Lebensunterhalt f\u00fcr eine Familie erwirtschaften m\u00fcssen.<br \/> Sparen ist angesagt, oft aber ein Trugschluss: die im Discountmarkt&nbsp; t\u00e4tigen Menschen m\u00fcssen leben und werden bei zu wenig Lohn vom Staat unterst\u00fctzt. 10 Millionen Mehraufwand bedeutete das allein 2011 f\u00fcr die Stadt D\u00fcsseldorf und hat K\u00fcrzungen in allen Bereichen, bis hin zum Personalabbau zur Folge. Die Sozialkassen verzeichnen durch niedrigere L\u00f6hne weniger Einnahmen, der Ausgleich findet in Form von Praxisgeb\u00fchren zu Zuzahlungen statt: einige&nbsp; hundert Euro m\u00fcssen Bundesb\u00fcrger im Schnitt j\u00e4hrlich aufwenden. Schlechtere Leistungen daf\u00fcr inbegriffen: wie lange m\u00fcssen wir heute auf&nbsp; Termine beim Arzt oder R\u00f6ntgeninstitut warten? Das ist teils bedenklich.. aber auch Folge vorgenannter Umst\u00e4nde.<\/span><\/div>\n<div><span class=\"text\"><br \/> So manche Ladenlokale in Bilk stehen derzeit leer, Angebote wechseln. Was wir als Verbraucher annehmen oder ablehnen, was wir konsumieren, denken und wie wir handeln, das hat stets auch Auswirkungen auf unseren Umkreis \u2013 was uns vielfach nicht bewusst ist. <br \/> Nicht (nur) die Politik bestimmt die Zukunft unserer Heimat, sondern im Wesentlichen wir selber! <br \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/c8e427f0b72e477dbd7169b5084bd3ca\" height=\"1\" width=\"1\" \/><\/span><\/div>\n<p><span class=\"quelle\">Quelle: <i>Rene Krombholz f\u00fcr die BILKER STERNWARTE<\/i><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geht man durch Bilk, fallen zur Zeit viele Ladenlokale auf, die leer 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