{"id":387,"date":"2017-05-16T12:45:41","date_gmt":"2017-05-16T12:45:41","guid":{"rendered":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/?p=387"},"modified":"2017-05-16T12:45:41","modified_gmt":"2017-05-16T12:45:41","slug":"bilker-pferdetraenke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/?p=387","title":{"rendered":"Bilker Pferdetr\u00e4nke"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-386\" src=\"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/4ddc75f1698994d05cf43f2316d7d33a.jpg\" alt=\"\" width=\"447\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/4ddc75f1698994d05cf43f2316d7d33a.jpg 447w, https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/4ddc75f1698994d05cf43f2316d7d33a-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><\/p>\n<p>Ein \u00dcberbleibsel des 19. Jahrhunderts<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es im D\u00fcsseldorfer S\u00fcden bereits einige gro\u00dfe Firmen. <br \/>Der Transport von Rohmaterialien und G\u00fctern gestaltete sich jedoch schwierig. <br \/>Die Transportwege waren an die gerade entstehenden Schienenwege beziehungsweise die Wasserstra\u00dfen gebunden, der Lastwagenverkehr wie wir ihn heute kennen entwickelte sich erst nach dem zweiten Weltkrieg. <br \/>Das einzige Transportmittel welches \u00fcberall hinkam war das Pferdefuhrwerk.<\/p>\n<p>Es war gleichzeitig die Entstehungszeit der des Eisenbahnverkehrs, 1891 wurde der Bilker Bahnhof eingeweiht, vornehmlich auch als G\u00fcterbahnhof gedacht. <br \/>Der Weitertransport der G\u00fcter zu den Industriefirmen wurde mit Pferdefuhrwerken \u00fcberwunden.<\/p>\n<p>Mit zunehmender Produktionsmengen stieg auch der Warenverkehr und der Bahnhof wurde Schritt f\u00fcr Schritt ausgebaut. <br \/>In dieser Zeit wurden l\u00e4ngst der Bachstra\u00dfe Rampen erbaut um den H\u00f6henunterschied zwischen Bahndammh\u00f6he und Stra\u00dfenniveau mit den Pferdefuhrwerken bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. <br \/>In der Bl\u00fctezeit waren hier t\u00e4glich einige hundert Arbeiter besch\u00e4ftigt.<br \/>Am Fu\u00dfe einer solchen Rampe stand jeweils eine gusseiserne Pferdetr\u00e4nke, diese dienten an den damaligen Strecken zur Versorgung der Pferde. <br \/>Diese Versorgungsstation wurde auch von den Pferden der vorbeif\u00fchrenden Pferdebahn genutzt. Das waren Stra\u00dfenbahnen die von den Vierbeinern gezogen wurden.<\/p>\n<p>Solange die Pferdefuhrwerke noch die Verladerampen des Bahnhofs nutzten erf\u00fcllten die Tr\u00e4nken auch noch ihren Zweck, das \u00e4nderte sich mit der Umgestaltung Mitte der 1950er Jahre.<br \/>Im Laufe der Jahre verschwand der G\u00fcterbahnhof, an seiner Stelle befindet sich heute das Einkaufszentrum D\u00fcsseldorf Arkaden mit Stadtteilzentrum und Schwimmbad sowie der Verwaltungsstelle des Stadtbezirkes drei.<\/p>\n<p>Auch die Verkehrsf\u00fchrung hat sich ver\u00e4ndert, die Stra\u00dfenbahn wurde unter die Erde gelegt. W\u00e4hrend der Umbauzeit mussten die Pferdetr\u00e4nken auf einem Bauhof ausgelagert werden. <br \/>Die Bezirksvertretung drei sprach sich f\u00fcr eine Restaurierung aus, die mit der Einweihung am 16. Mai 2017 abgeschlossen wurde.<\/p>\n<p><strong>ERINNERUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>Am Tag der R\u00fcckkehr und Wiedereinweihung der alten Bilker Pferdetr\u00e4nke trug Claus Willem w\u00e4hrend der Einweihung seine mannigfaltigen Erinnerungen vor. <br \/>Sein Gro\u00dfvater, Vater und auch er selber, betrieben \u00fcber 100 Jahre einen Friseurbetrieb am Bilker Bahnhof in Sichtweite der Pferdetr\u00e4nke.<\/p>\n<p>\u201eIch habe mal kurz nachgerechnet\u201c sagte er in seiner Rede, \u201eim Verlauf meines Arbeitslebens bin ich weit \u00fcber 10.000 mal an der Pferdetr\u00e4nke vorbeigegangen. Ein besonderes Highlight in meinen Familienbildern sind die, von meinem Opa eigenh\u00e4ndig ins Mauerwerk geschlagenen, Eisenringe vor unserem Laden. Sie erlaubten es den Fahrensleuten ihre Pferde vor unserem Friseurgesch\u00e4ft festzuzurren, um sich dann selbst in aller Ruhe rasieren oder frisieren zu lassen. Das alles geschah vor dem ersten Weltkrieg noch vor dem Aufkommen der Motorisierung.<\/p>\n<p>Beim Abriss des alten Bilker Bahnhofs 1987 (er musste den D\u00fcsseldorf-Arkaden weichen) habe ich dieses St\u00fcck Bilker Zeitgeschichte noch fotografiert, um es der Nachwelt zu erhalten.<\/p>\n<p>Wenn unsere Pferdetr\u00e4nke sprechen k\u00f6nnte, was h\u00e4tte sie alles zu erz\u00e4hlen!? <br \/> Das pulsierende Leben \u00fcber und neben dem Bilker Bahnhof und den Kasematten, wo das Leben nach dem zweiten Weltkrieg wiederauflebte. In den f\u00fcnfziger und sechziger Jahren haben dort hunderte von Menschen gearbeitet. Die Speditionen Lassen, Transiter, der K\u00e4segro\u00dfh\u00e4ndler Barufe, Kartoffelgro\u00dfh\u00e4ndler Claer und das Sanit\u00e4tshaus Jacobi waren dort alle vertreten.<\/p>\n<p>Die Pferdetr\u00e4nke begr\u00fc\u00dfte sogar 1974 w\u00e4hrend der Fu\u00dfballweltmeisterschaft in Deutschland den jugoslawischen Staatspr\u00e4sidenten Tito, der unter gro\u00dfen Sicherheitsaufwand am Bilker Bahnhof ausstieg um D\u00fcsseldorf zu besuchen.<\/p>\n<p>Schmunzeln hat die Pferdetr\u00e4nke auch auf die 14-t\u00e4gigen Besuche von Auto Becker bei mir im Laden registriert, er fuhr damals Standesgem\u00e4\u00df im Rolls Royce bei mir vor.<\/p>\n<p>Das sind nur einige meine Erinnerungen an den alten Bilker Bahnhof und die Pferdetr\u00e4nke. Mein besonderer Dank gilt aber J\u00fcrgen Striewe, einem ebenfalls Bilker Jong, der die verschollene Tr\u00e4nke wieder aufgesp\u00fcrt und uns damit ein St\u00fcck Bilker Geschichte wiedergeschenkt hat.<\/p>\n<p>Der, nun wieder pr\u00e4chtig herausgeputzten, Pferdetr\u00e4nke und unserem Bilk w\u00fcnsche ich nun ein gutes harmonisches Miteinander, m\u00f6ge uns der Anblick dieser Pferdetr\u00e4nke noch lange erfreuen.\u201c<\/p>\n<p>Claus Willem<\/p>\n<p> Herzlichen Dank an den Autor f\u00fcr die \u00dcberlassung dieses Textes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein \u00dcberbleibsel des 19. Jahrhunderts<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":386,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-4)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-387","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wichtige-adressen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/387","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=387"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/387\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/386"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=387"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=387"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wizardly-lumiere.148-251-177-82.plesk.page\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}